Wie die Industrie mit billigem Zucker deine Gesundheit schädigt um mehr Profit zu machen. Diese 10 Punkte wollten sie geheim halten.

Zucker schädlich

Zucker gilt als ungesund, doch oft merken wir nicht einmal, dass in vielen Lebensmitteln Zucker enthalten ist – ob natürlich in Früchten oder zugesetzt wie in Fertigprodukten. Hier findest Du 10 gute Gründe, warum Du genau darauf achten sollst, wie viel Zucker Du am Tag zu dir nimmst.

 

Zucker ist nicht gleich Zucker

Eines vorweg: Zucker ist an sich nicht schlecht. Es versorgt die Zellen mit Energie. Viele Kohlenhydrate und auch Fette werden in mehreren Prozessen zu einfachen Zuckermolekülen gespalten. Doch hier zeigt sich bereits das Problem: Im Alltag greifen wir gut und gerne zu fettigen und kohlenhydratreichen Lebensmitteln. Hinzu kommen zuckerhaltige Getränke und schon wird unser Körper von Zucker regelrecht überrollt.

Darüber hinaus enthalten viele Lebensmittel versteckten Zucker. Daher ist es erst einmal wichtig, die verschiedenen Zuckersorten zu unterscheiden. Hier einmal eine Übersicht der wichtigsten Zuckersorten:

  • Glukose: Die einfachste Form des Zuckers und wird auch Traubenzucker genannt Mithilfe von Insulin gelangt Glukose in die Zellen, wo sie als Energielieferant dient. In vielen Lebensmitteln ist Glukose enthalten. Häufiger liegt sie jedoch als Mehrfachmolekül wie Fruktose oder Saccharose vor.
  • Fruktose: Auch Fruchtzucker genannt. Süße Früchte enthalten Fruktose. Aber auch viele Hersteller setzen Lebensmittel mit Fruktose zu und bewerben ihre Produkte mit „natürlich gezuckert“. Manche Menschen vertragen keine Fruktose und müssen eine strenge Ernährung einhalten.
  • Laktose: Der Milchzucker, der in vielen Milchprodukten natürlich enthalten ist. Auch hier gibt es Menschen, die Laktose nicht vertragen. Hier gibt es mittlerweile eine breite Auswahl an laktosefreien Lebensmitteln.
  • Saccharose: Diese Form des Zuckers kennen wir als Haushaltszucker oder in Form von Rübensirup. Viele Fertigprodukte sind mit Saccharose zugesetzt.
  • Invertzucker: Eine Kombination aus Fruktose und Glukose. Er findet häufig in Getränken oder Süßspeisen Anwendung.

Immer wieder machen Ernährungsexperten darauf aufmerksam, dass zu viel Zucker schädlich für die Gesundheit ist. Wir geben Dir 10 gute Gründe, warum Du unbedingt zusätzlichen Zucker vermeiden solltest:

 

1. „Sugar Crash“: Nach dem Hoch kommt das Tief

 

sugar crash

Zucker geht schnell ins Blut über. Wenn wie beispielsweise einer Unterzuckerung schnell hohe Mengen Energie benötigt werden, ist Glukose der ideale Energielieferant. Je mehr Zucker im Blutkreislauf ist, desto mehr Insulin wird ausgeschüttet. Dadurch wird der Zucker schnell abgebaut. Wenn im Blutkreislauf der Zucker komplett abgebaut wurde, entsteht wieder eine Unterzuckerung. Man wird müde und träge – ein „Sugar Crash“ ist eingetreten.

 

2. Verdauungsprobleme können auch durch Zucker ausgelöst werden

Laut einer Studie kann sich bereits 24 Stunden nach einer stark zuckerhaltigen Ernährung die Bakterienzusammensetzung im Darm verändern. Diese Darmflora verdaut den Nahrungsbrei wiederum schlechter, fördert Übergewicht und schwächt die Immunabwehr.

 

3. Zucker prägt das langfristige Essverhalten in der Pubertät

zucker

Saccharose hat mehreren Studien zufolge Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns von Kindern, insbesondere bei Jugendlichen in der Pubertät. Forscher konnten hier Zusammenhänge mit einem größeren Risiko für psychische Störungen feststellen. Aber auch Adipositas und Essstörungen hingen mit dem hohen Konsum von zuckerhaltigen Produkten wie Softdrinks während der Pubertät zusammen. Forscher erklären dies damit, dass in dieser Zeit viele neuronale Strukturen im Gehirn gebildet werden. Der hohe Zuckerkonsum prägt diese und führt dazu, dass diese Jugendlichen im späteren Leben häufiger fettreiches Essen bevorzugen.

 

4. Zuckerabhängigkeit – Die Droge aus dem Supermarkt

Unter bestimmten Voraussetzungen kann Zucker – in diesem Fall ebenfalls Saccharose – die gleiche Wirkung wie Drogen erzeugen. Bei Konsum stark zuckerhaltiger Lebensmittel kann das Glückshormon Dopamin freigesetzt werden, ähnlich wie Kokain. Isst man keinen Zucker mehr, reagiert der Körper mit Entzugserscheinungen. Um diesen Teufelskreis zu entkommen bedarf es eine starke Willenskraft und eine langsame Entwöhnung des Körpers von Zucker.

5. Zucker fördert Stoffwechselkrankheiten

Zwar kann ein normaler Zuckerkonsum an sich keinen Diabetes verursachen, aber erhöhte Mengen fördern das sogenannte „Metabolische Syndrom“. Unter diesem Sammelbegriff fassen Mediziner die Kombination aus starkem Übergewicht, hohem Blutdruck, hohe Blutzuckerwerte und hohe Cholesterinwerte zusammen. Häufig leiden diese Menschen auch an einer Insulinresistenz. Das bedeutet, dass die Zellen nicht mehr auf das Insulin reagieren. Die Zellen benötigen zwar Energie, aber das im Blut vorhandene Zucker wird nicht mehr hineintransportiert. Dies wiederum begünstigt eine Typ-2-Diabetes-Erkrankung, auch bekannt als „Altersdiabetes“. Insbesondere ein hoher Konsum an Fertigprodukten mit Fruktosezusatz scheint mit dem Metabolischen Syndrom in Zusammenhang zu stehen. Weitere Studien beschreiben eine Veränderung der Blutgefäße durch übermäßigen Zuckerkonsum.

 

6. Erhöhtes Herzinfaktrisiko durch zu hohen Zuckerkonsum!

herzanfall

Wie bereits erwähnt, begünstigt viel Zucker in der Ernährung das Metabolische Syndrom. Darüber hinaus kann der häufige Verzehr stark zuckerhaltiger Lebensmittel den Herz-Blutkreislauf belasten. Die genauen Biomechanismen sind dabei noch nicht ganz geklärt. Eine Studie fand allerdings heraus, dass ein hoher Zuckerkonsum häufig zu kardiovaskulären Erkrankungen führte und das Risiko für einen Tod durch Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhte. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Personen sich darüber hinaus gesund ernährten oder nicht – es zählte also alleine die Menge an Zucker, die am Tag eingenommen wurde.

 

7. Krebsbildung begünstig durch zu viel Zucker

Immer mehr Wissenschaftler vermuten, dass der Verzehr von Zucker in großen Mengen auch das Krebsrisiko erhöht. So gibt es Untersuchungen in Zusammenhang mit Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs und Speiseröhrenkrebs. Erneut scheint insbesondere Fruchtzucker, also Fruktose, der Übeltäter zu sein. Darüber hinaus steigt alleine durch Übergewicht und das metabolische Syndrom das allgemeine Risiko für weitere Krebsarten wie Magenkrebs.

 

8. Zuckerzusätze schädigen die Leber

Hohe Mengen Fruktose in der Ernährung können auf Dauer die Leber schädigen und zur nicht alkoholischen Fettlebererkrankung führen. Der Zucker, der dabei nicht sofort als Energielieferant benötigt wird, wird als Fett in der Leber deponiert, bis die Leber daran erkrankt. Mehrere Studien zeigen dabei, dass Patienten etwa zweimal häufiger zuckerhaltige Getränke konsumierten als gesunde Menschen.

 

9. Zucker beschleunigt Hautalterung

Nicht nur Sonnenstrahlen, sondern auch hohe Mengen Zucker können die Haut schneller altern lassen. Bei hohem Zuckerkonsum entstehen beim Abbau des Zuckers bestimmte Moleküle, die sich zwischen die Kollagene der Haut ansiedeln können. Dadurch verliert aber die Haut an Elastizität und Vitalität, verheilt schlechter und reagiert empfindlicher auf Umwelteinflüsse, so das Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung.

 

10. Zucker zerstört die Zähne

zahnschmerzen

Dieser Zusammenhang besteht schon seit langem. Zucker dient nicht nur unseren Zellen als Nahrung, sondern auch Bakterien. In unserem Mund leben viele Mikroorganismen, die Zucker verwerten können. Vermehren sie sich zu stark, greifen sie den Zahnschmelz an und fördern Karies. Einer Studie zufolge sollte der Zuckeranteil in der täglichen Ernährung daher nicht mehr als fünf Prozent übersteigen.

Zucker in Getränken

Auch wenn Zucker ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung ist, macht die Masse den Unterschied. Insbesondere zugesetzter Zucker in Getränken und Fertigprodukten sollten gemieden werden. Fruchtzucker scheint dabei mehreren Studien zufolge viele verschiedene Erkrankungen zu fördern.

 

Quellen:

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http://www.tandfonline.com/doi/full/10.4161/derm.22028

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