Lernen im Schlaf – Erste Tests zeigen positive Ergebnisse!

Eine neue Sprache im Schlafen lernen, wäre das nicht etwas Schönes? Die Mathematik oder neues Wissen erlangen, ohne sich dafür die Zeit zu nehmen und am Tag dafür zu büffeln, das wäre doch etwas Feines. Die Idee hinter all diesen Zukunftsvisionen wird schnell ersichtlich. Lernen im Schlaf.

Der Traum davon, neue Fähigkeiten im Schlaf zu erlernen, ist bereits weit verbreitet und Forscher befassen sich auf der ganzen Welt damit, dieses zu ermöglichen. Bereits in den vergangenen Jahren konnten tatsächlich mehrere positive Ergebnisse erzielt werden, hinsichtlich des Lernprozesses während der Tiefschlafphase.

Lernen im Schlaf bedingt möglich!

Laut einer Veröffentlichung im Fachmagazin Nature Communication aus dem Jahre 2015 (1), haben Forscher der Universität Zürich und Freiburg nachweisen können, dass ein Erlernen von Vokabeln im Schlaf möglich ist unter bedingten Voraussetzungen. Zunächst einmal geht es dabei -leider- nicht um das Erlernen neuer Vokabeln oder Sprachkenntnisse, sondern eher um das festigen bisher Erlerntem. Zwar ist es bislang nicht möglich neue Dinge im Schlaf zu erlernen, dennoch sei die Erkenntnis durchaus wirkungsvoll, bereits Erlerntes im Schlaf, unter bestimmten Voraussetzungen, zu festigen.

Bei dem Versuch wurden Probanden holländische Vokabeln, welche vorab gelernt wurden, nochmals im Schlaf vorgespielt um den Lerneffekt zu verstärken. Dieser Versuch hat gezeigt, dass die vorher erlernten Vokabeln, durch das nochmalige Anhören im Schlaf, besser wiedergegeben und leichter im Bewusstsein gefestigt werden konnten. Bei einem weiteren Test wurde versucht, diesen Effekt zu verstärken, in dem den vorgespielten Vokabeln noch weitere Informationen beigefügt wurden.

Durch akustische Wiedergabe von bereits am Tag erlernten Vokabeln oder Erkenntnissen, können diese während dem Schlafen gezielt gefestigt werden.

Die Forscher haben festgestellt, dass zusätzliche Informationen den Gedächtnisprozess stören und nicht dazu beitragen, dass mehr Information durch den nächtlichen Prozess erlernt werden kann. Zwar wurden nicht prägnant mehr Vokabeln dadurch vergessen, jedoch konnten keine neuen Informationen aufgenommen werden. Dahingehend wird vermutet, dass nicht die Gesamtinformation eine Rolle spielt, sondern lediglich das „Anschubsen, um die Erinnerung zu verstärken“.

Des Weiteren konnten die Forscher feststellen, dass beim Messen der Gehirnströme unterschiedliche Lerneffekte auftreten, je nach angewandter Lernmethode. So schlagen die Hirnwellen deutlich höher aus, wenn man gelernte Wörter deutlich nach einander abspielt. Dies hat zur Folge, dass der erwünschte Lerneffekt schlechter ausfällt. Nimmt man sich also Zeit beim Abspielen der Wortreihenfolge, so wird der Lerneffekt deutlich verstärkt.

 

Kinder durchlaufen diesen Effekt bereits beim Heranwachsen

Wissenschaftler der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben in einer Studie bewiesen, dass bereits Kinder im Säuglingsalter, die Funktion des Lernens während der Tiefschlafphase, sich zu eigen machen. Sämtliche Eindrücke, welche über den Tag verteilt gesammelt werden, jede Wort- und Objektverknüpfung die am Tag gesehen wurde, wird in der Nacht verarbeitet und wiedergegeben. So haben die Forscher bei diesem Versuch, Kindern Bild-Wort-Paare gezeigt und anhand einer EEG-Messung (Elektroenzephalogramm) die kognitiven Wellen im Hirn aufgezeichnet. Nach dem ersten Mal vorführen der Bild-Wort-Paare, wurden die Hälfte der Kinder zum dreistündigen Schlafen gelegt, während die restlichen Kinder so lange mit Spielen beschäftigt waren. Das Resultat war wie zu erwarten: Die Kinder, welche geschlafen hatten, konnten sich weitestgehend an die Namen erinnern während die Kinder, welche gespielt haben, die meisten Namen vergessen hatten.

 

Wir bilden unser Gedächtnis im Tiefschlaf!

Schlafforscher des Psychologischen Institut der schweizerischen Universität Freiburg sind sich sicher, mit dem richtigen Schlaf, schaffen wir es unser Gehirn fit zu halten. Primär geht es hier um die Tiefschlafphase, den so genannten „Deltaschlaf“. Während dieser NON-REM-Schlafphase (Schlafphase ohne Augenbewegung unter den Augenliedern), speichert unser Gehirn Informationen ab (jene, die wir zuvor erlebt oder erlernt haben), es verstärkt messbar die Synapsen zwischen den Nervenzellen, bildet neue Verbindungen und recycelt alte, welche nicht mehr benötigt werden.

Wollen wir also unser Gehirn dabei unterstützen, neu erlernte Dinge langfristig zu festigen, sollten wir immer darauf achte, die Tiefschlafphase zu erreichen und auch möglichst lang in dieser zu verweilen. Forscher der Universität Freiburg haben bereits versucht, dieses Stadium des Schlafens durch Hypnose herbeizurufen, mit Erfolg! Es ist ihnen gelungen mittels Hypnose, 70 junge Frauen, während ihres 90-minütigen Mittagsschlafes, bereits zu Beginn in die Tiefschlafphase, zu versetzen!

Mit solchen Ansätzen spielen Forscher bereits heute schon mit Ideen, sich die Fähigkeit des nächtlichen Lernens, zu eigen zu machen und darauf aufzubauen.

 

Mit gezielter Hirnmanipulation das Lernen in der Nacht verstärken?

Schon jetzt werden an der University of Birmingham Untersuchungen angestellt, wie man sich die Funktion des Erinnerns in der Nacht zu Nutzen machen kann und diese so zu manipulieren, dass sogar ein komplettes Erlernen neuer Dinge während des Schlafens möglich wären.

Durch das Messen der Hirnströme mittels EEG-Messung (Elektroenzephalogramm) wird sichtbar, dass unser Gehirn während der Tiefschlafphase erlebte Tageserlebnisse wiederholt und abspeichert.

Tests ergaben, dass unser Gehirn auf die akustische Wiederholung von Vokabeln in der Nacht, anspringt und uns hilft die gelernten Dinge zu festigen. (2) Bei diesen Forschungen wurden die Hirnströme wieder Mals mittels EEG-Aufzeichnung überwacht. Während der Tiefschlafphase wurden Spindelförmige Hirnaufzeichnungen dokumentiert, welche vermehrt bei akustischen Signalen auftraten. Dieser Vorgang, ist die erneute Lernphase. Forscher spielen mit dem Gedanken, diese Spindelsignale mit kontrollierter Manipulation zu stimulieren um den Lerneffekt anzukurbeln und zu verbessern. (3) Erste positive Experimente gab es bereits.

 

Fazit

Zwar ist es derzeit noch nicht möglich eine neue Sprache, komplett im Schlaf zu erlernen, doch bereits erste Forschungsergebnisse zeigen, dass es in Zukunft einmal Realität sein könnte. Fakt ist, um bereits erlernte zu festigen, kann die Methode des „Lernen im Schlaf“ angewandt werden. Wichtig ist nur eine ausgeprägte Tiefschlafphase und eine nicht zu schnelle Wiederholung der Vokabeln.

 

Weiterführende Links:

http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/studie-wie-menschen-im-schlaf-sehr-viel-mehr-lernen-2015102848208

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/schlaf/schlafen/pwielernenimschlaf100.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/lernen-im-schlaf-hirnforscher-pushen-das-gedaechtnis-a-1197169.html

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