Rotweintrinker leben länger! Die neusten Forschungsergebnisse zu Wein & Gesundheit

Wein hat schon seit Beginn der Antike eine besondere Stellung in der Medizin. Bereits 360 v. Chr. berichtete der griechische Philosoph Eubulus über die positiven Effekte von Wein:

„Drei Gläser für diejenigen, die weise sind. Das Erste für gute Gesundheit. Das Zweite für Liebe und fürs Vergnügen. Das Dritte für den Schlaf, und wenn sie es getrunken haben, gehen die Weisen heim.“

Ganz wörtlich sollte man den guten Herrn allerdings nicht nehmen, da damals der Wein mit Wasser vermischt wurde und so 3 Gläser Wein nur 1 bis 1,5 Gläser in der heutigen Zeit entsprechen – allerdings sind die Auswirkungen von gemäßigtem Weingenuss auf Gesundheit, Libido und den gesamten Körper mit zahlreichen Studien belegt.

Fettreiche Ernährung, kaum Herzkrankheiten? Das Französische Paradoxon.

Franzosen ernähren sich traditionell sehr fettreich und mit reichlich Alkohol – und doch leben sie länger als Deutsche oder Amerikaner, die sich vergleichbar ernähren. Mit einem einzigen Unterschied: Franzosen trinken vergleichsweise viel Wein, ungefähr 3 mal soviel wie Amerikaner.

In der 1992 durchgeführten Langzeitstudie von Serge Renaud konnte beobachtet werden, dass Franzosen obwohl sie sich äusserst fettreich ernährten, nur ein Drittel so häufig an Herzinfarkten und anderen Herzkrankheiten litten. Es muss davon ausgegangen werden, dass der erhöhte Konsum von Rotwein viele Sünden abgeschwächt hat und sogar lebensverlängernde Wirkung hat.

Die Forscher machen dafür ein Zusammenspiel verschiedenster Bestandteile von Rotwein verantwortlich:

  • Resveratrol ist ein Bestandteil in roten Trauben und auch im Rotwein, der den Verlauf von gewissen Autoimmunkrankheiten, Herzkrankheiten, Arteriosklerose, der Alzheimer sowie Arthritis vorteilhaft beeinflussen kann. Derzeit wird untersucht ob Resveratrol auch dazu in der Lage ist Krebszellen zu bekämpfen.
  • OPC (oligomere Proanthocyanidine) sind natürliche Stoffe der Flavanole, die in Schalen und Rinden verschiedenster Pflanzen vorkommen, besonders aber in roten Weintrauben (in weißen nicht so oft). Diese Stoffe haben eine entzündungshemmende Wirkung und können sogar Alzheimererkrankungen hinauszögern. Zusätzlich scheinen sie eine positive Wirkung auf die Vitamine A, C und E zu haben, deren Effekte sie verstärken.
  • Polyphenole haben in einigen Versuchen gezeigt, dass sie Herz- und Kreislauferkrankungen verhindern können.
  • Quercetin ist ein Antioxidants das hauptsächlich in der Traubenschale vorkommt, daher besitzen Rotweine besonders viel Quercetin. Quercetin besitzt eine antikarzinogene Wirkung, es stärkt die Kapillargefäße und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Zusätzlich hemmt Quercetin die Histamin-Freisetzung im Körper und vermindert so Allergien. Der Körper kann dieses Antioxidants nicht selbst herstellen und ist daher auf eine Zufuhr von Aussen angewiesen.

Die Studie motivierte internationale Wissenschaftler weitere Untersuchungen durchzuführen. So fanden britische Forscher heraus, dass das Risiko an Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken verglichen mit Engländern bei nur 30% lag. Dies war der geringste Wert in der westlichen Welt.

Rotwein hat besonders auf das Herz-Kreislaufsystem einen positiven Einfluss.

Wein schützt das Herz – Bier bringt leider nichts

In einer neueren Studie konnte die positive Wirkung des Weins auf das Herz bestätigt werden. Die Studien mit den Datengrundlagen von über 200 000 Menschen konnten beobachten, dass das Risiko von Herz-Kreislaufkrankheiten um bis zu 30%  verringert wurden. Die Sterblichkeitsrate war sogar um 19% verringert verglichen mit Personen die keinen Alkohol tranken. Bei der Kontrollgruppe die Bier trank konnten keine nennenswerten Vorteile beobachtet werden.

Besonders Interessant: bei Patienten die einen Herzinfarkt überlebten konnten bei einem Verzehr von einem bis drei Gläsern Wein pro Tag höhere HDL-Cholesterin-Werte verzeichnet werden. Dieses HDL-Cholesterin hat eine gefäßschützende Wirkung. Durch die erhöhte Produktion von HDL-Lipoprotein senkt es die Menge des gefähr­li­chen als Chole­sterin bekannten LDL-Lipoproteins. Cholesterin setzt sich bei fettreicher Ernährung an den Arterien und Herzkranzgefäßen ab was zu Herzinfarkten führen kann. Zusätzlich bindet Cholesterin Sauerstoff und führt damit zu einer Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff. Dies kann durch HDL verhindert werden.

Ausserdem konnte beobachtet werden, dass regelmäßige Weintrinker eine geringere Konzentration von C-reaktivem Protein (CRP) aufwiesen, die auf Entzündungsprozesse im Körper schliessen.

Gemäßigter Weinkonsum wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.

Wein verringert das Risiko an Diabetes zu erkranken um 43 bis 58%

In einer dänischen Studie mit 70 000 Probanden wurde untersucht, wie sich regelmäßiger Weingenuss auf Diabetes auswirkt. Die Gruppe mit dem geringsten Risiko an Diabetes zu erkranken war die Gruppe die regelmäßig Wein trank. Männer hatten ein 43% geringeres Risiko an Typ 2 Diabetes zu erkranken als Männer die abstinent lebten. Frauen hatten sogar ein 58% geringeres Risiko.

Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass der Zeitpunkt und die Häufigkeit eine zentrale Rolle spielen. Die Vorteile konnten am stärksten beobachtet werden, wenn 4 bis 5 Mal die Woche getrunken wurde. Negative Auswirkungen konnte man beobachten, wenn an einem Tag die gleiche Menge Alkohol getrunken wurde die normalerweise an 5 Tagen konsumiert wurde.

Wein kann helfen Depressionen vorzubeugen

Eine spanische Studie mit mehr als 5 000 Probanden konnte beobachten, dass mäßiger, geregelter Weinkonsum das Risiko an einer Depression zu erkranken verringert. Die Forscher fanden heraus, dass 2 bis 7 Gläser Wein pro Woche den größten Effekt auf die Psyche der Testpersonen hatten.

Regelmäßiger Weinkonsum konnte bei den Testpersonen das Risiko an einer Depression zu Erkranken um 67% verringern. Auf der anderen Seite konnte beobachtet werden, dass ein stärkerer Konsum von Wein den Effekt umkehrt. Unipolare Depression und Herz-Kreislauferkrankungen werden vermutlich durch die selben Mechanismen hervorgerufen. Der genaue Prozess muss noch weiter untersucht werden, so die Forscher

Doch wieviel Wein ist gesund? Und ab wann wird das Konsumverhalten gefährlich?

Alle beobachteten positiven Effekte auf den Körper konnten nur beobachtet werden, wenn der Konsument in Maßen seinen Wein genießt. Denn regelmäßig zu viel oder öfters mal einen Rausch antrinken, beeinflusste den Körper stark negativ. Den gesundheitsfördernden Vorteil des Weins lässt sich bei bis zu zwei Weingläsern für einen Mann sowie einem Weinglas für eine Frau pro Tag beobachten. Alles darüber hinaus führt teils starke gesundheitliche Probleme mit sich.

Der griechische Philosoph Eubulus formulierte in der Antike bereits den Leitsatz:

„Drei Gläser für diejenigen, die weise sind. Das Erste für gute Gesundheit. Das Zweite für Liebe und fürs Vergnügen. Das Dritte für den Schlaf, und wenn sie es getrunken haben, gehen die Weisen heim. Das vierte Glas ist nicht mehr unserer, sondern gehört der Arroganz. Das Fünfte führt zu Schreien. Das Sechste zu einem betrunkenen Rebell. Das Siebte macht die Augen schwarz. Das Achte führt zu gerichtlichen Vorladungen, das Neunte zu Galle. Und das zehnte führt in den Wahnsinn, in dem Menschen mit Möbeln um sich herum werfen.“

Wie oben bereits angemerkt, entsprechen 3 Gläser Wein zur damaligen Zeit etwa 1 bis 1,5 Gläser in der heutigen Zeit.

Experten raten bei Männern zu maximal 20 gr Alkohol innerhalb von 24 Stunden (etwa 2 kleine Gläser Rotwein), bei Frauen maximal 10 gr Alkohol innerhalb von 24 Stunden (also etwa ein 1 Glas Rotwein).

Rotwein ist gesünder als Weißwein, da die nährstoffreichen Schalen der Weintrauben mit verarbeitet wurden.

Rotwein oder Weisswein? Was ist gesünder?

Es gibt zahlreiche Studien die belegen, dass der Konsum von Wein für die Gesundheit besser ist als das Trinken von Bier oder hartem Alkohol. Doch wie sieht es mit dem Wein aus? Ist Weißwein genauso gesund wie Rotwein?

Rotwein besitzt eine höhere Konzentration von Antioxidantien, da diese in der Schale der Traube vorkommen und diese bei der Produktion von Rotwein mit verwendet wird. Bei der Weißweinproduktion wird die Schale der Trauben nicht mit verarbeitet, somit fehlen dem Weisswein viele Stoffe wie z.B. Resveratrol was einen positiven Effekt auf den menschlichen Körper hat. Möchte man die vollen Vorteile des Weingenusses geniessen, sollte man also eher zum Rot– als zum Weißwein greifen.

Alkoholfreier Wein – die bessere Alternative?

Es gibt mittlerweile neue Techniken alkoholfreie Weine herzustellen. Hierzu wird durch Destillation im Vakuum und umgekehrter Osmose dem Wein wieder der Alkohol entzogen. Hierbei wird aber nicht nur Alkohol entzogen, sondern auch einige Aromastoffe und Tanine, sodass alkoholfreier Wein seinen Geschmack verändert. In einer 2012 angefertigten Studie in Südafrika wurde der Alkoholgehalt von Wein von 12% auf 6% verringert. Hierbei konnte keine Verringerung der gesundheitsrelevanten Inhaltsstoffe von Antioxidantien nachgewiesen werden. Es benötigt allerdings noch weitere, tiefgründigere Studien um herauszufinden zu welchem Maße alkoholfreier Wein mit herkömmlichem Wein zu vergleichen ist.

Bitte beachten! Auch alkoholfreie Weine enthalten Restbestände von Alkohol (meist unter 1%).

Die negativen Seiten des Weingenusses

Nicht jeder Weinkonsum ist gesund. Wird die empfohlene Maximalmenge von Alkohol pro Tag überschritten, muss man mit gravierenden gesundheitlichen Risiken rechnen. Menschen mit einem ausgeprägtem Suchtverhalten rutschen leicht von der gesunden täglichen Dosis in eine Alkoholabhängigkeit mit ihren schwerwiegenden Folgen ab. Besonders Frauen sollten vorsichtig sein, wenn sie die empfohlene Maximalmenge von einem Glas Wein pro Tag überschreiten.

In einer Studie mit weiblichen Probanden wurde beobachtet, dass Frauen die das doppelte der empfohlenen Menge (also 2 bis 2,5 Gläser wein pro Tag) überschritten ein 30% erhöhtes Risiko hatten an Brustkrebs zu erkranken. Gleichzeitig wurde beobachtet, dass sich das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken um 20% verringerte. Man sollte also auf jeden Fall sein Konsumverhalten genau beobachten. Menschen die leicht zu Abhängigkeiten neigen, sollten auf Alkohol gänzlich verzichten.

Weiterführende Links:

http://www.fnp.de/ratgeber/gesundheit-special/Das-franzoesische-Paradoxon;art3087,39256
https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/509448/kardiologen-maessig-wein-schuetzt-herz-bier-bringt-dagegen-nichts.html
https://www.naturepower.de/vitalstoff-journal/aus-der-forschung/bioflavonoide-und-kraeuter/quercetin-studien/
http://time.com/4876998/drinking-wine-diabetes/
https://www.medicalnewstoday.com/articles/265401.php

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