Schlank im Schlaf? Die Wahrheit über den Diättrend (und wie es sogar funktioniert)

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„Schlank im Schlaf“ – so wirbt seit Jahrzehnten die Diätmittelindustrie. Jetzt wurde in neuen Studien die Wirksamkeit einer Methode bewiesen mit der der Körper im Schlaf mehr Fett verbrennt. Aber „Schlank im Schlaf“ geht ganz anders als die Hersteller seit Jahren versprechen und doch nicht einhalten können.

 

Das Zauberwort heisst eTRF und ist nichts was man kaufen könnte

Die Methode kommt ohne Shakes, Pulver oder sonstigen Hilfsmittelchen aus: man muss einfach seine Essgewohnheiten anpassen. Die verwendete Methode heisst eTRF (early time-restricted feeding) und ist dem intermittierenden Fasten ähnlich. Einfach ausgedrückt heisst das: man beschränkt den Zeitraum in dem gegessen wird auf ein Minimum. An der eigentlichen Ernährung muss nichts geändert werden, sofern man sich nicht übermäßig hochkalorisch ernährt.

  • die erste Mahlzeit wird am Vormittag eingenommen, zum Beispiel um 8 Uhr
  • die letzte Mahlzeit wird am frühen Nachmittag eingenommen, zum Beispiel 14 Uhr

Damit hat der Körper knapp 18 Stunden Zeit um zu fasten und die Fettdepots anzugehen. Der Heisshunger ist während diesen Fastenzeiten nach den ersten 2 bis 3 Tagen übrigens stark verringert.

Morgens kann der Körper zugeführte Nahrung einfacher in Energie umwandeln - abends wird Nahrung eher in Fettdepots angelegt.

Morgens kann der Körper zugeführte Nahrung einfacher in Energie umwandeln – abends wird Nahrung eher in Fettdepots angelegt.

 

Warum funktioniert diese Methode so gut?

Der Körper und die Stoffwechselprozesse sind am Morgen am leistungsfähigsten. Somit können Vormittags Mahlzeiten am besten verarbeitet und verbrannt werden. Gegen Abend und vor allem nachts jedoch läuft unser Stoffwechsel auf Sparflamme: Nahrung kann nicht mehr so gut verarbeitet werden und wird leichter in Form von Fett eingelagert.

In dem Versuch der Obesity Society konnte beobachtet werden, dass bei der eTRF-Methode der Körper über mehrere Stunden hinweg nachts Fett verbrannt hat da er keine Nahrung zum Verarbeiten hatte. Zusätzlich wurde die Flexibilität des Stoffwechsels verbessert, sodass dieser schneller zwischen Fettverbrennung und Kohlehydratverbrennung wechseln konnte.

Am Ende der Studie konnte beobachtet werden, dass die Probanden die ihre letzte Mahlzeit vorverlegt haben einen stark verringert Körperfettanteil und weniger Magenbeschwerden hatten.

 

Warum sollte das Abendessen reduziert oder sogar ganz vermieden werden?

Die Stoffwechselprozesse werden über den Tag herüber immer schwächer. Ein großes, ausgiebiges Abendessen führt zu einem hohen Blutzuckerspiegel. Der Blutzuckerspiegel steigt wenn das Insulin die Glucose (Zucker) in Energie verbrennen kann. Die Folge: der Metabolismus wird ausgebremst, der Körper lagert Energie die er nicht verbrennen kann in Fettzellen ein.

Das Problem das die meisten Menschen haben ist nicht, dass sie zu viele Kalorien pro Tag zu sich nehmen, sondern dem Körper zu einer Zeit zuführen in der er die Kalorien nicht in Energie verwandeln kann und deshalb einlagern muss.

Bei der eTRF-Methode versucht man nicht die Kalorien zu verringern, sondern den Zeitpunkt der Energieverbrennung. Beispiel: wir nehmen täglich zwischen 1500 und 1800 Kalorien zu uns. Anstatt diese über 3 Mahlzeiten mit je 500 oder 600 Kalorien zu uns zu nehmen, nehmen wir 600 bis 700 Kalorien zum Frühstück, 600 bis 700 Kalorien zum Mittagessen und ein sehr frühes, leichtes Abendessen (bis ca. 15 Uhr) mit 300 bis 400 Kalorien ein. Alleine diese Verschiebung des Abendessens (eigentlich ist es ein spätes, zweites Mittagessen) wird den Körper über Nacht in einen Fettverbrennungsmodus schalten.

 

Gibt es hierbei einen Jojo-Effekt?

Interessant zu beobachten ist, dass keiner der Probanden nach Durchführung der Studie wieder stark zugenommen hat. Erklären konnten das die Forscher mit den Rekalibrierung des Stoffwechsels. Auch konnten die Forscher erkennen, dass die Blutzuckerwerte der fastenden Probanden langfristig verringert wurden. Laut den Forschungsergebnissen gibt es keinen Jojo-Effekt da anders als bei einer Diät der Körper nicht weniger Energie zur Verfügung gestellt bekommt sondern einfach nur Vorteilhaft zugeführt.

Studien:

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