Trenderscheinung „Ernährung“ – Welche Ernährungsformen gibt es?

ernährungsformen

In unserer Gesellschaft haben sich zahlreiche unterschiedliche Ernährungsweisen etabliert. Während einige Ernährungsformen wie der Vegetarismus in den vergangenen Jahren immer beliebter wurden, sind andere wie der Fruitarismus noch weitestgehend unbekannt. Viele Menschen verzichten freiwillig auf einen Großteil der ihnen zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel und legen sich selbst strenge Regeln auf.

 

Meist spielen dabei ethische oder gesellschaftliche Gründe eine große Rolle. Neben Fleisch, Gemüse und Milch verzichten einige Menschen sogar auf jegliche Nahrungsmittel, die noch einen wirtschaftlichen Wert besitzen. In diesem Artikel erfahren Sie, worin sich die jeweiligen Ernährungsformen unterscheiden und welchen Herausforderungen sich deren Anhänger täglich stellen müssen.

 

Die omnivore Ernährung

In Deutschland ist noch immer die omnivore Ernährung am weitesten verbreitet. Sie gilt als die natürlichste Ernährungsform des Menschen, da sie ihm keinerlei Einschränkungen auferlegt. Biologisch betrachtet gilt der Mensch neben Ratten und Schweinen als einer der wenigen echten „Allesfresser“. Grundsätzlich kann er nahezu alle natürlich vorkommenden Lebensmittel verdauen und verwerten.

Dennoch neigen insbesondere die Omnivoren in unserer Gesellschaft dazu, lediglich die erstbesten Speisen zu konsumieren. Daher kommt es häufig zu einer ungesunden Ernährung voller Einfachzucker und tierischer Fette. Die meisten Deutschen konsumieren aktuell viel zu wenige Ballaststoffe und leiden deshalb an einem erhöhten Risiko auf Übergewicht. Gleichzeitig steigt durch eine unbewusste Ernährung die Gefahr einer Stoffwechselstörung. Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Menschen für eine bewusste Ernährungsform, in der sie sich selbst zahlreiche Regeln für die Zusammenstellung des eigenen Speiseplans auferlegen.

 

Hoher Fleischkonsum bei Karnivoren

Insbesondere unter konservativen Menschen verbreitet sich aktuell in Deutschland zunehmend der sogenannte Karnismus. Dabei handelt es sich um eine Ernährungsweise, die den häufigen Genuss von Fleisch bevorzugt. Obwohl sie mit einigen Einschränkungen einhergeht, führen viele Karnivoren nur geringe Anpassungen an ihrer Ernährungsweise durch. Unter anderem legen sie sich auf den regelmäßigen Verzehr von Fleisch fest und konsumieren dieses mehrfach täglich. Darüber hinaus verfügen die meisten Menschen mit einer karnivoren Ernährung über sehr hohe Qualitätsanforderungen. Oft wird auf günstiges Fleisch aus Massentierhaltung verzichtet, um mit hochwertigen Produkten ein deutlich intensiveres Geschmackserlebnis zu erreichen.

konivore ernährung

Viele Karnivoren neigen jedoch zu einer einseitigen Ernährung und nehmen zu wenige pflanzliche Vitamine und Mineralstoffe auf. Dadurch entsteht in einigen Fällen das Risiko auf einen Nährstoffmangel. Da die meisten Menschen jedoch trotz dieser speziellen Ernährungsweise ebenfalls pflanzliche Beilagen, Gemüse und Obst konsumieren, treten Mangelerscheinungen nur in den seltensten Fällen auf. Stattdessen kommt es aufgrund des exzessiven Genusses von fetthaltigen Produkten häufig zu erhöhten Cholesterienwerten und chronischem Übergewicht. Darüber hinaus leiden Karnivoren an einem hohen Herzinfarktrisiko.

 

Vegetarier verzichten auf Fleisch

Jedes Jahr entscheiden sich immer mehr Deutsche für eine vegetarische Lebensweise. Inspiriert von zahlreichen prominenten Vorreitern verzichten sie vollständig auf den Konsum von Fleisch und Fisch. Von den weltweit über einer Milliarde Vegetariern leben derzeit über 200 Millionen in Indien. In Deutschland bekennten sich über sechs Millionen Menschen zu dieser Ernährungsform. Dabei handelt es sich statistisch betrachtet vorrangig um junge Frauen in akademischer Ausbildung. Die meisten Menschen entscheiden sich vor allem aufgrund von religiösen, tier- und umweltschutzrechtlichen Gründen für ein vegetarisches Leben.

vegetaria

Vegetarier müssen ebenso wie Karnivoren sehr genau auf ihre Ernährung achten. Der mangelnde Fleischkonsum kann bei unbewusster Ernährung schnell zu einem Nährstoffmangel führen. Einige lebensnotwendige Vitamine und Mineralstoffe wie unter anderem das Vitamin B12 und das Vitamin K2 befinden sich ausschließlich in tierischen Produkten. Meist decken Vegetarier ihren Bedarf durch den Konsum von Milch, Eiern und anderen tierischen Produkten. Deshalb ist dieser Ernährungsstil nur selten mit Mangelerscheinungen verbunden.

 

Kompromissbereitschaft bei Flexitariern

Grundsätzlich handelt es sich bei Flexitariern um Menschen mit einer omnivoren Ernährung. Neben Obst und Gemüse landet daher oftmals auch Fisch und Fleisch auf der Speisekarte. Der gravierende Unterschied beider Ernährungsarten besteht darin, dass Flexitarier ihre Nahrung vor dem Verzehr sehr genau prüfen. Dieser Trend ist vor allem auf eine Genussmaximierung ausgelegt. Dadurch verzichten Menschen mit dieser Ernährungsform auf jegliche Nahrungsmittel, die von minderer Qualität sind.

fleisch

In Deutschland leben über 42 Millionen bekennende Flexitarier. Diese sprechen sich durch den Verzicht auf billiges Discounter-Fleisch gegen Massentierhaltung aus und wollen dadurch vor allem ihre Gesundheit verbessern. Sie sind nicht bereit, für den Umweltschutz vollständig auf den Konsum von Fleisch zu verzichten. Stattdessen essen sie es deutlich seltener und entscheiden sich vorzugsweise für teure Bio-Produkte. Aus diesem Grund werden sie häufig auch als Teilzeit-Vegetarier bezeichnet.

Diese Ernährungsweise stellt sie jedoch vor einige gesellschaftliche Herausforderungen. Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse in hoher Qualität sind nur selten zu einem günstigen Preis erhältlich. Aus diesem Grund können viele Flexitarier nur einmal pro Woche einen hochwertigen Fisch oder qualitatives Fleisch essen und verzichten die meiste Zeit vollständig auf diese Lebensmittel. Gleichzeitig wird ihnen von überzeugten Vegetariern vorgeworfen, lediglich ihr Gewissen auf diese Weise beruhigen zu wollen.

Menschen mit einer flexiblen Ernährung entscheiden sich bewusst für bestimmte Speisen und achten daher verstärkt auf ihre Gesundheit. Durch den ausgewogenen Konsum von Fleisch und Gemüse sind sie mit allen notwendigen Nährstoffen und Vitaminen versorgt. Darüber hinaus leiden Flexitarier deutlich seltener an Übergewicht und den damit in Verbindung stehenden Krankheiten.

 

Die natürliche Ernährung der Pescetarier

Weitestgehend unbekannt ist in Deutschland noch immer die Ernährungsweise der Pescetarier. Ebenso wie die Vegetarier verzichten sie vollständig auf den Konsum von Fleisch, um sich gegen die Massentierhaltung auszusprechen. Im Gegensatz zu Vegetariern stehen bei Pescetariern auch Fische und Krustentiere auf dem Speiseplan. Sie beschränken sich lediglich auf die Regelung, keine an Land lebenden Tiere zu essen.

fisch

Die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen mit einer pescetarischen Ernährung wird aktuell auf weniger als eine halbe Million geschätzt. Pescetarier werden meist zu den Vegetariern gezählt und betrachten sich selbst oftmals auch als Teil dieser Bewegung. Zahlreiche Vegetarier unterscheiden beide Ernährungsweisen jedoch strikt, da sich der Konsum von Fisch und Meerestieren laut ihnen nicht mit dem Vegetarismus vereinbaren lässt.

Unter Ernährungswissenschaftlern gilt der Pescetarismus jedoch als gesündeste Ernährungsart, da Fisch zahlreiche für den Körper wichtige Inhaltsstoffe enthält. Er ist reich an Omega-3-Fettsäuren und beinhaltet nahezu keine gesättigten Fette. Darüber hinaus sind Fische ein idealer Lieferant für wichtige tierische Vitamine wie B12 und K2. Mehrere statistische Erhebungen haben sogar gezeigt, dass Pescetarier noch seltener an Krankheiten leiden und dabei ein höheres Durchschnittsalter erreichen als Vegetarier.

 

Herausforderungen einer veganen Ernährung

Veganer verzichten nicht nur auf den Konsum von Fleisch, sondern sogar auf sämtliche tierischen Produkte. Sie essen deshalb weder Eier noch Honig und lehnen sogar die Nutzung von Leder und Wolle grundsätzlich ab. Aus diesem Grund werden sie häufig als Hardcore-Vegetarier bezeichnet. Durch eine vegane Lebensweise ergeben sich jedoch zahlreiche Herausforderungen im täglichen Leben, die insbesondere aufgrund einer mangelhaften Kennzeichnung zahlreicher Produkte entstehen.

 

veganDarüber hinaus kommt es durch den vollständigen Verzicht auf tierische Produkte häufig zu einem gefährlichen Nährstoffmangel. Dieser führt zu schweren Erkrankungen und kann sogar lebensbedrohlich enden. Da eine rein vegane Lebensweise für die Gesundheit sehr schädlich ist, ergänzen viele Veganer ihre Ernährung mit Zusatzpräparaten. Auf diese Weise nehmen sie gezielt Nahrungsergänzungsmittel ein, um die Unterversorgung ihres Körpers auszugleichen.

 

Hohe Einschränkungen bei Frutariern

Die Ernährungsweise der Frutarier können jedoch selbst Extrem-Veganer nur schwer nachvollziehen. Menschen mit einer fruitaren Ernährung empfinden Mitleid mit allen Lebensformen auf der Welt. Deshalb essen sie kein Lebewesen, das für ihre Ernährung sterben oder verletzt werden musste. Sie verzichten nicht nur auf Fisch und Fleisch, sondern auch auf viele Pflanzenarten. Meist ernähren sie sich lediglich von Obst, das auf natürliche Weise vom Baum fiel und von keinem Menschen gepflückt wurde.

obst

Durch diese Ernährung kommt es zu einer massiven Unterversorgung des Körpers. Ebenso wie Veganer sind Fruitarier täglich auf Zusatzpräparate angewiesen, um gesundheitlichen Schäden entgegenzuwirken.

 

Der neue Trend der Freeganer

Bei dem Freeganismus handelt es sich derzeit wohl um die konsumkritischste Ernährungsform in unserer Gesellschaft. Freeganer essen grundsätzlich nur Lebensmittel, die keinen wirtschaftlichen Wert mehr besitzen. Sie versuchen vollständig kostenfrei zu leben und ernähren sich deshalb von abgelaufenen Speisen und angegangenem Obst. Diese Lebensmittel entnehmen sie meist den Abfalleimern von Supermärkten und Restaurants. Damit bewegen sie sich jedoch am Rande der Legalität, da sie diese Lebensmittel oftmals ohne die Zustimmung des Besitzers entwenden.

freeganer

Aus diesem Grund werden sie häufig auch als Mülltonnentaucher bezeichnet. Hauptsächlich wollen diese Menschen auf den verschwenderischen Lebensstil unserer Gesellschaft und die weltweite Armut hinweisen. Durch den Konsum von Abfallprodukten nehmen sie gelegentlich jedoch auch giftige Stoffe und Schimmelpilze auf und gefährden dadurch ihre Gesundheit.

 

Quellen:

http://www.n-tv.de/wissen/Wer-isst-was-article4426386.html

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/ernaehrungsstile-sind-sie-omnivor-ovo-lacto-oder-frutarier-a-871224.html

http://sport-attack.net/der-mensch-omnivore-oder-frugivore/

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/forschung-ueber-essverhalten-ueberzeugte-fleischesser-sind-eher-konservativ-14975886.html

https://vebu.de/fitness-gesundheit/studien/

http://eatsmarter.de/ernaehrung/ernaehrungsarten/grosse-fleisch-debatte-teilzeitvegetarier-loesung

http://eatsmarter.de/ernaehrung/gesund-ernaehren/pescetarier

http://www.fitforfun.de/abnehmen/gesund-essen/pescetarier-warum-fisch-esser-am-laengsten-leben-217398.html

https://www.ugb.de/vollwert-ernaehrung/vegane-ernaehrung-gesundheit/

http://eatsmarter.de/ernaehrung/news/frutarier

http://melontrees.de/freeganismus-das-erwartet-freeganer/

 

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