Vitamin K – der heimliche Superstar unter den Vitaminen!

Vitamine. Sie sind essentiell für Gesundheit und Wohlbefinden. Einige von ihnen stechen durch ihre Eigenschaften besonders hervor. Allseits bekannt ist natürlich das Vitamin C. Ähnlich wichtig, doch großteils eher unbekannt, ist das Vitamin K. Vitamin K sorgt nicht nur für eine reibungslose Blutgerinnung, sondern ist auch essentiell für saubere Arterien, einen starken Knochenbau und gesunde Zähne.

Das „K“ ist abgeleitet aus dem Begriff „Koagulation„, was in der einschlägigen medizinischen Terminologie die Blutgerinnung bezeichnet. Die K-Vitamine teilen sich in Vitamin K1 und K2, wobei Vitamin K2 als deutlich „aktiver“ angesehen wird.

K2 hält das Calcium in Schach und siegt auf zwei Fronten

Vitamin K1 reguliert die Blutgerinnung. Bei einem Mangel (z.B. durch chronische Krankheiten oder lange Antibiotikaeinnahme) kann es zu starkem Blutverlust kommen.

Vitamin K2 verhindert durch die Aktivierung spezieller Proteine (sog. GLA-Proteine), dass sich Calcium als tödliche Plaque in den Arterien festsetzt und zu Arterienverkalkung (Arteriosklerose) führt. Dies wurde in der sog. Rotterdam-Herz-Studie bereits 2004 belegt.

Doch wie entsteht eigentlich Plaque? Kleine Entzündungen und Schädigungen an den inneren Gefäßwänden führen – unter Teilnahme des LDL-Cholesterins – zu einer Ansammlung von Fetten und Kalkteilchen (sog. Plaque). Wenn sich diese Ablagerungen im Ganzen lösen, können sie zu einem Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Doch es kommt noch besser: Vitamin K2 sorgt nicht nur dafür, dass sich kein Calcium in den Arterien ablagert, sondern es aktiviert auch die Knochenbildung und steuert, dass das Calcium stattdessen direkt dorthin fließt, wo es benötigt wird: in Knochen und Zähnen. Es beugt somit Osteoporose vor und kann – hochdosiert – sogar vereinzelt schon eingetretenem Knochenabbau entgegenwirken. Man muss es sich so vorstellen: Vitamin K2 führt bei den GLA-Proteinen zu einer sog. „Carboxylierung„. Dabei bilden die Proteine kleine Stellen, mit denen sie ans Calcium „andocken“ und es so transportieren können. Dies setzt aber eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Vitamin K2 voraus. Ist dies nicht gewährleistet, kann das Calcium nicht reguliert werden. Die Folge ist einerseits, dass es sich – wie zuvor erwähnt – an Stellen ablagert, wo es nicht hilfreich ist oder sogar Schaden anrichtet (z.B. Arterienverkalkung, Nierensteine oder auch die sog. Kalkschulter). Und jene Stellen, wie etwa Zähne und Knochen, die es dringend benötigen, sind unterversorgt, werden porös und können brechen.

Woran bemerke ich einen Mangel bzw. wie beuge ich diesen vor?

Tückisch ist jedoch, dass sich ein Mangel an Vitamin K2 erst bemerkbar macht, wenn es fast schon zu spät ist! Die körperlichen Prozesse, bei denen es mitwirkt, gestalten sich eher langwierig. Hilfreich ist daher z.B. beim Arzt die Messung der Knochendichte vornehmen zu lassen. Darüber hinaus kann man einen sog. Quick-Test machen lassen. Dieser – nach seinem Erfinder Armand James Quick benannte – Test zeigt einen möglichen Mangel an Vitamin K durch Untersuchung der Gerinnungswerte im Blut. Ebenfalls ratsam um Osteoporose vorzubeugen ist es, wenig Kaffee zu trinken und nicht zu rauchen.

Wieviel Vitamin K brauche ich pro Tag und worin kommt es vor?

Die beiden K-Vitamine lassen sich zu großen Mengen in diversen Nahrungsmitteln finden, sodass eine Nahrungsergänzung bei einer gesunden Ernährung nicht notwendig ist.

Der tägliche Bedarf an Vitamin K liegt – je nach individuellen Lebensumständen – bei 60-80 Mikrogramm. Vitamin K1 ist in vielen Gemüsesorten enthalten wie z.B. in grünem Blattgemüse wie Salat, in Weiß- und Grünkohl, Brokkoli, Petersilie, Schnittlauch, Weizengras oder den Blättern von Roter Beete. Und in Avocado! Wer keine Lust auf täglichen Salat hat, kann sich das Vitamin also auch durch eine leckere Guacamole oder einen grünen Smoothie zuführen. Schon mit drei Eiern, 220g Quark oder 15g Schnittlauch deckt man seinen Tagesbedarf.

Das Vitamin K2 wird durch Bakterien im Darm gebildet, sofern es sich um eine intakte Darmflora handelt. Problematisch ist in diesem Zusammenhang die übermäßige Aufnahme von Antibiotika. Ansonsten findet sich das Vitamin K2 in geringeren Mengen in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Eidotter oder Quark. Die höchste Konzentration findet sich in dem japanischen Gericht Natto, einem fermentierten Sojabohnengericht.

Auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin K sollten insbesondere Krebspatienten, Ältere sowie Menschen mit Erkrankungen der Leber und des Verdauungstraktes achten. Da die Muttermilch nur wenig Vitamin K enthält und die Darmflora eines Babys noch nicht so weit ausgebildet ist, dass sie hinreichend Vitamin K bilden kann, erhalten Neugeborene oft im Rahmen der ersten Vorsorgeuntersuchungen ergänzend Vitamin-K-Tropfen.

Sollte die Zuführung über die Nahrung nicht in ausreichendem Maße möglich sein, ist die Substitution durch Nahrungsergänzungsmittel angezeigt.

Menschen mit gesteigertem Thromboserisiko nehmen meist Medikamente, die die Bildung von Vitamin K hemmen. Diese Medikamente werden in der medizinischen Fachterminologie als Vitamin-K-Antagonisten bezeichnet. Ihre Wirkung kann ggf. durch die entsprechende Ernährung reduziert werden. Hierfür ist jedoch selbstverständlich Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten.

Vitamin K – Eigenschaften

Wie auch die Vitamine A, D und E, ist Vitamin K fettlöslich. Das bedeutet, dass bei Aufnahme über die Nahrung ein gleichzeitiger Verzehr gesunder Fette bzw. Öle nötig ist, um die sog. Bioverfügbarkeit zu gewährleisten.

Vitamin K ist lichtempfindlich und hitzebeständig, mit anderen Worten: Kochen und Braten sorgt für wenig Verlust, längere Sonnenbestrahlung hingegen kann zu einer Deaktivierung führen.

Überdosierung möglich? 

Bei einem akuten Vitamin K – Mangel kann ebenfalls eine Nahrungsergänzung in Betracht gezogen werden.

Da das Vitamin K auch in hohen Dosen nicht giftig ist, kommt eine Überdosierung kaum in Betracht. Für Säuglinge gelten spezielle Regeln, im Übrigen droht maximal eine allergische Hautreaktion und das auch nur bei der Injektion hoher Dosen.

Rating: 5.0/5. Von 1 Abstimmung.
Bitte warten...

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.