Wie Fast-Food-Konzerne gezielt die Psyche unserer Kinder beeinflussen

fastfoodkinderungesund

Nicht nur Ernährungsexperten wissen, dass die meisten Fast-Food-Ketten ausschließlich chemische Soßen, minderwertige Getreideprodukte und künstlichen Fleischersatz verkaufen. Die angebotenen Lebensmittel sind grundsätzlich nicht mit einer gesunden Ernährung zu vereinbaren. Dennoch versucht unter anderem McDonalds bereits seit 2009 Verbraucher davon zu überzeugen, dass es sich bei den im Sortiment befindlichen Produkten um hochwertige und gesunde Nahrungsmittel handelt.

Der künstliche Image-Wechsel wurde vor allem mithilfe zahlreicher gestalterischer Änderungen sowie einer leichten Anpassung der Speisekarte vollzogen. Kunden haben seither die Möglichkeit, Obstbeilagen und zuckerhaltige Softdrinks, die als gesunde Säfte bezeichnet werden, zu kaufen. Darüber hinaus wurde das Corporate Design von Rot auf Grün umgestellt. Diese Farbe soll dem Verbraucher den Eindruck von saftigen Wiesen, grasenden Tieren und einem gesunden Leben vermitteln. Erschreckend war lange, dass vor allem Kinder und Jugendliche diese Marketingversprechen glaubten. Eine amerikanische Studie deckte kürzlich jedoch auf, dass die gesamte Marketing-Strategie der Fast-Food-Konzerne auf die Beeinflussung von jungen Menschen ausgerichtet ist. Die Logos der Ketten sind sogar so gestaltet, dass sie auf junge Menschen wie eine Gehirnwäsche wirken!

 Beworben werden Fruchtsäfte die eigentlich nur gezuckerte Softdrinks sind. Kinder sind die Leidtragenden.

Beworben werden Fruchtsäfte die eigentlich nur gezuckerte Softdrinks sind. Kinder sind die Leidtragenden.

 

Gedankenkontrolle durch Spielsachen bei Kindern

Im Angebot der führenden Fast-Food-Konzerne befinden sich neben öligen Pommes und künstlichen Burger-Brötchen vor allem Soßen und Ersatzprodukte. Insbesondere Speisen aus vermeintlichem Hühnerfleisch bestehen oftmals nur aus einer gepressten synthetischen Masse, in der sich neben künstlichen Geschmacksstoffen und Aromen vorrangig modifizierte Stärke befinden. Nur wenige Eltern können verstehen, weshalb sich ihre Kinder immer wieder für diese Produkte entscheiden und hochwertige Lebensmittel verschmähen. Hinter der gezielten Manipulation stecken jedoch nicht nur reichhaltig Zucker, Aromen und Geschmacksverstärker, sondern auch ein ausgefeiltes Marketingkonzept.

Bereits kleine Kinder verleiten die Konzerne mithilfe einer geschickten Strategie zur schlechten Ernährung. Nahezu jeder Anbieter verfügt über ein spezielles Kindermenü, dem er ein kleines Spielzeug beilegt. Natürlich handelt es sich dabei um Produkte, die sich der Beliebtheit bekannter Fernsehfiguren, Videospielecharakteren und anderer Werbeträger bedienen. Da Kindern jedoch bereits frühzeitig anerzogen wird, dass sie eine gewünschte Mahlzeit restlos aufessen müssen, bekommen selbst anspruchsvolle Esser mit Aussicht auf die verlockenden Spielsachen schnell Appetit auf das künstliche Fast-Food.

Kinder sind besonders anfällig. Ihre Gehirne reagieren besonders auf die andauernde Bombardierung von Werbebotschaften.

Kinder sind besonders anfällig. Ihre Gehirne reagieren besonders auf die andauernde Bombardierung von Werbebotschaften.

 

Kalkulierter Kontrollverlust in der Jugend

In der Ernährung der Kinder greifen Eltern oftmals noch schützend ein. Jugendliche treffen jedoch immer häufiger ihre eigenen Entscheidungen und lassen sich dabei sehr leicht von Werbekampagnen beeinflussen. Noch immer glaubt ein Großteil der jungen Menschen alles, was ihnen im Fernsehen erzählt wird, ohne die Werbebotschaft kritisch zu hinterfragen. Natürlich ist sowohl der einsetzende Kontrollverlust der Eltern als auch die bewusste Fehlinformation in der Werbung von den Konzernen gezielt geplant, um die Verkäufe und somit den eigenen Gewinn zu steigern.

Die gesundheitlichen Auswirkungen zeigen sich dabei jedoch längst nicht nur in den USA. Auch hierzulande kämpfen Ernährungsexperten täglich gegen die zunehmende Überfettung deutscher Kinder und Jugendlicher. Trotz der fortwährenden Aufklärung über die Bedeutung von gesunder Ernährung in den Schulen und von den Eltern zieht es junge Menschen noch immer wie ferngesteuert in die Filialen der großen Fast-Food-Ketten. Schließlich konnte eine amerikanische Studie erstmals aufdecken, welche erstaunlichen Mechanismen angestoßen werden, wenn sich Kinder die Logos der Fast-Food-Konzerne ansehen. Diesbezüglich spricht sogar der britische Politiker Chris Brewis von gefährlichem Kindesmissbrauch.

 

Logos manipulieren entscheidende Hirnprozesse

Die Untersuchungen gleich zweier Forschungsgruppen von renommierten Universitäten konnte die manipulative Wirkung der Logos von großen Fast-Food-Restaurants zweifelsfrei nachweisen. Sowohl die Forscher der Universität von Missouri als auch der Universität in Kansas zeigten anschaulich, dass sich die Namen und Logos der Konzerne in die Gehirne von Kindern einbrennen und deren Gedanken bewusst negativ beeinflussen.

Im Rahmen der Studie „Neuroökonomie von kontroversen Lebensmitteltechnologien“ wurden 120 Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren mehreren Magnetresonanztomographien unterzogen. Auf diese Weise haben die Forscher die Hirnaktivität der Jugendlichen gemessen, während ihnen unterschiedliche Bilder gezeigt wurden. Darunter befanden sich auch die Logos bekannter Fast-Food-Konzerne und anderer Unternehmen. Bemerkenswert war dabei, dass die Belohnungszentren im Gehirn der jungen Teilnehmer sofort aktiviert wurden, als diese das Logo einer Fast-Food-Kette betrachteten. Diese Belohnungszentren sind vor allem an der Appetitbildung beteiligt und steuern somit das Essverhalten entscheidend.

 

Kinder wählen stets Produkte mit bekannten Logos

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass sich Kinder und Jugendliche stets für Produkte entscheiden, deren Logos ihnen geläufig sind. Dabei beziehen sie in ihre Entscheidungsfindung nur selten objektive Gründe mit ein. Besorgniserregend ist dabei vor allem, dass sie nicht nur Kleidung und Schulmaterialien mit bekannten Logos bevorzugen, sondern auch Nahrungsmittel. Bei den meisten Lebensmitteln mit einprägsamen Logos handelt es sich jedoch aktuell um ungesunde Produkte. Diese enthalten nicht nur enorme Mengen an Zucker, Natrium und Fett, sondern auch überdurchschnittlich viele Kalorien.

Durch die häufige Betrachtung dieser Logos kommt es zu einer dauerhaften Aktivierung der appetitanregenden Belohnungszentren im Gehirn der Kinder. Auf diese Weise entwickelt sich eine dauerhafte Störung dieser Hirnregionen, die zu einem gesundheitsschädigenden Essverhalten führt. Neben dem Essverhalten sind jene Gehirnareale auch für die Steuerung der Emotionen sowie die kognitive Kontrolle verantwortlich. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind besonders empfänglich für die Werbung von Fast-Food-Restaurants. Das liegt vor allem daran, weil sich die Markennamen und Logos in den Gehirnen junger Menschen aufgrund der massiven Werbung regelrecht einbrennen. Diese Vertrautheit mit den Symbolen der großen Konzerne baut schließlich sämtliche Hemmprozesse ab und treibt die Kinder in die Hände der Fast-Food-Ketten. Dabei laufen sie Gefahr, immer wieder die falschen Ernährungsentscheidungen zu treffen.

Konzerne umwerben gezielt Kinder und Heranwachsende um sie früh und nachhaltig zu beeinflussen.

Konzerne umwerben gezielt Kinder und Heranwachsende um sie früh und nachhaltig zu beeinflussen.

 

Gezielte Werbung für Kinder und Jugendliche

Der verheerenden Wirkung von gezielter Werbung auf die Gehirne von Heranwachsenden sind sich Fast-Food-Ketten natürlich bewusst. Nur wenige Erwachsene entscheiden sich aktiv dafür, in diesen Restaurants regelmäßig zu speisen. Meist handelt es sich lediglich um Gewohnheitsesser, die bereits mit den Produkten der Unternehmen vertraut sind. Die irreführende Werbung der großen Konzerne richtet sich jedoch nicht einmal an Personen, die sich bewusst ernähren wollen. Stattdessen zielen sämtliche Marketingaktionen ausschließlich auf Kinder und Jugendliche.

Die amerikanische Bundeshandelskommission (FTC) prüft jährlich die Marketingstrategien zahlreicher Unternehmen. Diese Untersuchungen haben ergeben, dass Fast-Food-Konzerne jährlich über 1,6 Milliarden Dollar ausgeben, um zielgerichtete Werbung für Heranwachsende zu betreiben. Dabei konzentrieren sich die Ketten vor allem auf das Fernsehen, da dieses Medium von Kindern intensiv genutzt wird. Viele Fast-Food-Restaurants versuchen möglichst viel Werbefläche auf Sendern zu erhalten, die sich ausschließlich an Kinder richten.

Dem enormen Einfluss dieser Konzerne auf die Ernährung von Jugendlichen stehen sowohl Experten als auch Politiker kritisch gegenüber. Insbesondere unter Berücksichtigung der allgemeinen Gesundheitsmisere sowie der krankhaften Fettleibigkeit zahlreicher Menschen betrachten immer mehr Ernährungsexperten die Marketingmaßnahmen der Fast-Food-Konzerne als ernstes Problem.

 

Fast-Food-Ketten umgehen Regulierungen und Kontrollen

Aufgrund ihrer manipulativen Werbestrategie war vielen Lebensmittelherstellern bereits seit Jahren klar, dass es zu staatlichen Kontrollen und Regulierungen kommen könnte. Diesen beugten die amerikanischen Konzerne jedoch mithilfe einer sogenannten Selbstverpflichtung vor. Bereits 2006 schlossen sich 14 einflussreiche Lebensmittelhersteller zusammen, um Regulierungsmaßnahmen gegen die massive Werbung um junge Menschen zu verhindern. Darunter befinden sich mehrere namenhafte Unternehmen wie Kellogg’s und Coca-Cola. Sie bildeten eine Koalition und verpflichteten sich, die auf Kinder und Jugendliche angepasste Werbung fortwährend zu reduzieren.

Offiziell ist es auch das Ziel des einberufenen Komitees, gewisse Nährwertstandards für die Produkte von Getränke- und Nahrungsmittelherstellern einzuführen, die sich mit ihren Marketingmaßnahmen vor allem auf eine junge Zielgruppe konzentrieren. Obwohl dies vorerst nach einem ersten Schritt in die richtige Richtung klingt, sollten sich Verbraucher nicht durch leere Worte täuschen lassen. Das selbsternannte Komitee kommuniziert nämlich nicht, was es unter Nährwertstandards versteht. Darüber hinaus wird ebenfalls der Begriff Werbung nicht eindeutig definiert.

Somit entscheiden noch immer die teilnehmenden Konzerne selbst, was ein besseres Lebensmittel auszeichnet und welche Werbung für Kinder angemessen ist. Sie müssen sich daher an keinerlei externe Vorschriften oder Regulierungen halten. Um die Lösung des Problems sollten sich deshalb Eltern selbst kümmern. Nur ein geschärftes Bewusstsein für die manipulativen Werbepraktiken der Fast-Food-Ketten kann ein Kind vor ungesundem Essverhalten schützen. Darüber hinaus müssen vor allem gesunde Alternativen aufgezeigt werden.

 

Quellen:

http://www.business-standard.com/article/international/fast-food-logos-are-branded-on-young-brains-study-112092400185_1.html

https://www.naturalnews.com/034478_junk_foods_addictive_brain_chemistry.html

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