Pommes, der schleichende Tod – Warum Pommes das Prostatakrebsrisiko erhöhen

Immer häufiger hört man davon, man solle sich gesund ernähren um länger zu leben. Fettiges Essen am besten vermeiden, viel Obst und Gemüse und sich gleichzeitig abwechslungsreich ernähren. Möchte man jedoch einem Risiko gezielt aus dem Weg gehen, sollte man sich die nachfolgenden Worte vielleicht mehr zu Herzen nehmen. Die Rede ist von Prostatakrebs in Verbindung mit frittiertem Essen, viel mehr reden wir von Pommes.

 

Pommes gehören heutzutage fast schon zur täglichen Ernährung weltweit. Insbesondere bei Kinder ist die frittierte Kartoffelstange sehr beliebt und gehört nahezu jeden Tag auf den Tisch. Das ein hoher Konsum an frittierten Nahrungsmitteln ungesund ist, sollte jedem bewusst sein, jedoch das eine häufiger Konsum (2 bis 3 mal wöchentlich) auch das Risiko an einer Prostatakrebserkrankung erhöht, wissen nur die Wenigsten. Forscher veröffentlichten zwei Studien, die eine direkte Verbindung zwischen einem erhöhten Risiko und dem regelmäßigen Konsum von frittierten Lebensmitteln aufzeigt.

Gesteigertes Prostatakrebsrisiko bereits bei einmal wöchentlichem Verzehr

Früh wurde sich bereits mit dem Thema Prostatakrebs auseinandergesetzt und ebenso mit den Auswirkungen von einem regelmäßigen Verzehr von frittiertem Essen auf unsere Gesundheit. Schenkt man der Veröffentlichung einer Studie im Fachmagazin The Prostate aus dem Jahre 2013 glauben, so berichten Forscher des Public Health Sciences Division am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, dass bereits ein einmal wöchentlicher Konsum ausreichend ist, um das Risiko für Prostatakrebs signifikant zu steigern. (1)

Je mehr Pommes oder frittierte Lebensmittel wir verzehren, desto mehr erhöht sich das Risiko an einer Krebserkrankung zu erleiden.

Bereits vor dieser Veröffentlichung haben Wissenschaftler an einer Korrelation zwischen der Krebserkrankung und hoch erhitzenden Nahrungsmitteln (z.B. gegrilltes Fleisch) geforscht, doch die Studie aus dem Jahr 2013 war die Erste, welche explizit den Zusammenhang mit Frittiertem untersucht hat.

 

Erhöhtes Risiko für andere Krebsarten durch regelmäßigen Konsum von frittierten Mahlzeiten

Doch nicht nur das Risiko an einer Prostatakrebserkrankung zu erleiden, ist durch den regelmäßigen Konsum der frittieren Nahrungsmittel erhöht. Ferner kann man behaupten, dass ein erhöhtes Risiko auch für andere Krebserkrankungen wie z.B.:

  • Lungenkrebs
  • Pankreaskrebs
  • Brustkrebs
  • Hals- und Kopfkrebs
  • Speiseröhrenkrebs

besteht. Für die Studie aus dem Jahr 2013 untersuchten die Forscher rund 1500 Männer, welche bereits eine Diagnose der Prostataerkrankung erhalten hatten und ebenso rund 1500 gesunde Männer aus dem Staat Seattle. Die Männer befanden sich alle im Alter von 35 bis 74 Jahre. Anhand der Untersuchung konnte festgestellt werden, dass ein Großteil der Erkrankten, einen regelmäßigen Konsum von Frittiertem an den Tag legten.

Die Studienleiterin Janet L. Stanford, Direktorin des Hutchinson Center’s Program für die Prostatakrebsforschung erklärte:

Wer regelmäßig, damit ist mindestens einmal pro Woche oder mehr gemeint, Frittiertes isst, erhöht das Risiko einer Erkrankung und gehört somit in die Gruppe der potenziell Erkrankten.“

Innerhalb der Untersuchung konnte genau jene Verbindung festgestellt werden und die Personen wurden in Risikogruppen eingeteilt.

 

Je mehr frittierte Nahrung, desto aggressiver der Krebs

Wie bereits beschrieben, konnten Forscher die Verbindung von häufiger auftretendem Krebs und dem regelmäßigen Konsum erfolgreich nachweisen. Wer demnach häufiger zu den geliebten Donuts, dem frittierten Schnitzel, den Chips oder Pommes greift, beeinflusst seine Gesundheit ungemein. Bereits ein regelmäßiger ein-mal-wöchentlicher Konsum reicht aus und erhöht das Risiko der Krebserkrankung um Sage und Schreibe 30 bis 37 Prozent, im Vergleich zu jenen, die weniger regelmäßig Frittiertes konsumieren!

Selbst unter Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren wie zum Beispiel dem BMI, den Genen/Erbanlagen oder dem Alter, kamen die Forscher zu dem Entschluss, dass der Verzehr von unseren Lieblingsfrittierspeisen das Risiko signifikant erhöht.

Doch nicht nur das Risiko erhöht sie exponentiell mit dem Konsum. Ebenso zeigte sich, dass der Krebs bei bereits den Erkrankten, welche regelmäßig zu frittierten Nahrungsmitteln griffen, in deutlicher aggressiverer Form vorhanden ist, als bei jenen die aufgrund anderer Umstände darunter erkrankt sind.

 

Die Vermutung liegt nahe: Die Fette sind schuld!

Das Ergebnis der Studie zeigt, einen langwierigen Prozess auf, welche langfristigen Auswirkungen des Konsums auf unsere Gesundheit hat. Somit ich nicht gemeint, nur, weil man einmal etwas Frittiertes isst, dass man gleich an einer Prostataerkrankung erleiden muss. Der Grund für eine derartige Wirkung in unserem Körper kennen die Forscher bislang nicht. Die Vermutung liegt nahe, dass es etwas mit dem Fett zu tun hat, welches vor allem bei dem Frittiervorgang stark erhitzt wird. Dieser Prozess, so vermuten die Wissenschaftler, trägt signifikant zur Förderung des Krebsrisikos bei.

Durch das mehrfache Erhitzen des Fettes, bilden sich Giftstoffe, welche sich in unserem Körper breit machen und dafür sorgen, dass sich das Krebsrisiko erhöht.

Während des Erhitzungsvorgangs, können sich im Fett giftige Stoffe bilden, welche unseren Körper stark belasten. Insbesondere das mehrfache Erhitzen und Verwenden des gleichen Fettes (Öls), trägt maßgebliche zur Bildung der Giftstoffe bei. Giftstoffe wie:

  • Acrylamid
  • Heterozyklische Amine
  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
  • Aldehyde
  • Acrolein (ein besonders giftiges Aldehyd)

welche innerhalb des Erhitzungsprozesses freigegeben werden, gelangen in unseren Körper und sorgen dafür, dass ein Krebsrisiko gefördert wird. Das Acrylamid bildetet sich primär beim Erhitzen oder Frittieren von kohlehydratreichen Lebensmittel, wie es Pommes bzw. Kartoffeln sind.

Doch nicht nur diese Giftstoffe schaden unserem Körper dauerhaft. Ebenso sind frittierte Produkte bekannt für einen hohen Wert von Advanced Glycation Endproducts, den so genannten AGEs. Dabei handelt es sich um Produkte die bei der Glykation („Als Glykation (auch Glykierung) wird die Reaktion von ProteinenLipiden oder Nukleinsäuren mit Kohlenhydraten ohne Beteiligung von Enzymen bezeichnet. Die enzymatische Reaktion dagegen wird Glykosylierung genannt. Eine Glykation kann exogen oder endogen erfolgen, d. h. außerhalb oder innerhalb des Körpers.” Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Glykation) entstehen. Diese AGEs fördern chronische Erkrankungen in unserem Körper und sorgen dafür, dass wir oxidativem Stress ausgesetzt sind. Diese beiden Krankheitsbilder sind wiederum förderlich für ein erhöhtes Krebsrisiko. So hat ein frittiertes Stück Fleisch, rund 9 mal so viele AGEs, als ein Stück Fleisch, welches z.B. eine Stunde gekocht wurde. Somit liegt die Vermutung nahe, dass ein Erhöhen des Krebsrisikos nicht nur alleine auf frittiertes zu beziehen ist, so Stanfort, sondern viel mehr auf eine komplette Fast Food reiche Ernährung.

 

Erhöhtes Risiko, durch mehr Pommes!

Nach dem bereits 2013 eine Korrelation zwischen den frittierten Nahrungsmitteln und einer potenziellen Krebsgefahr dargelegt wurde, bestätigt eine jüngere Studie aus dem Jahre 2017, dass je mehr Frittiertes wir zu uns nehmen, desto höher das Risiko einer Erkrankung. (2)

Folgt man der Studie, welche im The American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, so erhöht sich das Risiko drastisch, einer Krebserkrankung zu erliegen, sofern die wöchentliche Frequenz in der wir Pommes oder ähnliches zu uns nehmen, zweimal oder häufiger beträgt. Für die Untersuchung wurden rund 4400 US-amerikanische Bürger von einem Forschungsteam der Brescia University Medical School unter der Leitung von Luigi Fontana, untersucht.

Während der 8-jährigen Studie wurden die Teilnehmer im Alter von 45 und 79 Jahren im Alltag begleitet und beobachtet. Während dieser Studie starben 236 Teilnehmer. Anschließend wurde untersucht, in wie fern sich ein Verzehr von regulären Kartoffeln und Kartoffeln in frittierter Form auf die Gesamtsterberate auswirkt. So konnten die Forscher feststellen, dass Kartoffeln in frittiert Form, wie etwa Chips, Pommes oder ähnliches, einen erheblichen Einfluss auf die Sterberate hatte. Wohingegen, Kartoffeln in ihrer Normalform, keine negativen Einflüsse nachgewiesen werden konnten. Innerhalb dieser Studie entstanden die Zahlen, dass bereits 2 bis 3 mal wöchentlicher Konsum ausreichend ist, dass Risiko eines frühzeitigen Todes signifikant zu erhöhen.

Zudem erhöht eine Fast Food reiche Ernährung, das Risiko einer Blut- und Gefäßkrankheit zu erleiden und verschlechtert unseren Cholesterinspiegel.

 

Kartoffeln grundsätzlich schlecht für unsere Gesundheit?

Wer jetzt glaubt, dass die Kartoffel grundsätzlich für unseren Körper und unsere Gesundheit schlecht ist, der ist auf dem falschen Weg. Tatsächlich ist die Kartoffel eines der Grundnahrungsmitteln, auf die wir nicht verzichten können und sollten! Wie man sehen kann, ist es viel mehr die Art der Verarbeitung, welche uns die Probleme bereitet. So sind es zum Beispiel rund 64 Prozent aller US-Amerikaner, welche Kartoffeln ausschließlich in frittierter Form wie Pommes oder Chips zu sich nehmen.

Die Kartoffeln in seiner herkömmlichen Form, als Pellkartoffeln oder einfach Salzkartoffel kommt heutzutage immer weniger auf den Tisch. Dabei ist es diese Verarbeitungsform, welche gesundheitsfördernd für uns ist.

 

Fazit

Der Verzehr von Kartoffeln schadet uns grundsätzlich nicht. Es ist die Form der Verarbeitung, welche uns in vielerlei Hinsicht schadet. Bei bereits einem einmal wöchentlichen Verzehr, steigt das Risiko einer Krebserkrankung schon bis zu 37 Prozent. Konsumieren wir noch häufiger (2 bis 3 mal in der Woche) unsere Pommes oder Chips, steigt das Risiko noch umso mehr. Doch nicht nur das Risiko steigt mit dem Konsum. Auch die Stärke der auftretenden Krebserkrankung steigt drastisch an.

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